Markus

Eingetragen bei: Künstler | 0

Markus ist ein nicht gerade seltener Vorname im deutschsprachigen Raum – und dennoch weiß ein Großteil bereits beim Erwähnen dieses Namens, dass nur einer gemeint sein kann: der bis heute erfolgreiche, stets präsente und energiegeladene Popstar, der bereits vor 33 Jahren im Zuge der Neuen Deutschen Welle zeigte, dass auch Männer manchmal einfach nur eines im Sinn haben: „Ich will Spaß“ (und das bereits ein Jahr vor Cyndi Laupers Durchbruch mit „Girls Just Wanna Have Fun“).

Markus Mörl, so lautet Markus‘ kompletter Name, wurde am 27. August 1959 in der hessischen Metropole Frankfurt am Main geboren.

Nachdem er (leider vergeblich) den Wehrdienst verweigerte, landete er im jungen Alter von 20 Jahren bei der Bundeswehr und musste bei Eiseskälte in der Lüneburger Heide frieren. Und dort war es, wo sich Markus warme Gedanken machte, indem er sich Songs ausdachte. So endeten für Markus die 70er Jahre.

Zurück in der Heimat erntete er mit dem Camberger Lokalhelden „Tiger“ erste Lorbeeren in einer Coverband. Die kleinen Touren durch Frankfurter Ami-Clubs liefen so lange gut, bis dem Publikum irgendwann auffiel, dass das Englisch der Künstler einfach zu schlecht war. Nachdem Markus einige Blessuren im Publikum auf anderen Konzerten erfahren hatte, traf er eine wichtige Entscheidung: Nie wieder wollte er unten stehen, sondern nur noch auf der Bühne. Das tat er dann auch mit einer brandneuen Jugendband, die den fragwürdigen Namen „Nylon Euter“ trug und mit der er auch ein Album aufnahm. Seinen alten Freund Holger, dem Camberger „Tiger“, begleitete Markus mit der Punk-Band „Die Strassenjungs“, welche allerdings floppten.

Doch Produzent Axel Klopprogge kam irgendwann mit einer brandneuen Idee in den Proberaum: die Neue Deutsche Welle. Und die Musik für einen absoluten Gassenhauer hatte er ebenfalls im Gepäck – nur wie sollte der Song heißen? „Ich will Spaß“? Noch nicht ganz! Anfangs dachte man an „Ich will Tanz“ und übte eine kleine Choreographie ein – und anstelle der Zeile „Deutschland, Deutschland, spürst du mich?“ hatte man „Rosi, Rosi, spürst du mich?“ im Hinterkopf. Doch da gerade die Spider Murphy Gang ihren Hit „Skandal um Rosi“ herausgebracht hatte, wurde diese Idee wieder verworfen. Eine Geschichte für den Song musste her! Einen Tag führte die Begegnung mit einem Fahrer auf der Autobahn, der lauthals singend in einem alten Opel Kadett vorbeifuhr, zur Eingebung. Das ist es! Aus dem Kadett wurde ein Maserati, der 210 km/h fuhr und Gerd Gebhardt, heute Chef der Deutschen Phono-Akademie, damals noch Marketingchef der lokalen Plattenfirma CBS, war regelrecht euphorisch: „Keine Ahnung, ob das irgendjemanden interessiert, aber wir nehmen das erstmal.“ Der Nummer-1-Hit war geboren: „Ich will Spaß“.

1982 folgte die Langspielplatte „Kugelblitze und Raketen“ und Markus avancierte zu einem der populärsten Interpreten der Neuen Deutschen Welle. Zu seinen weiteren Hits der damaligen Zeit zählten „Kling, Klang, Schicksalsmelodie“ und „Kleine Taschenlampe brenn'“ – ein Duett, das Markus 1982 als Hauptdarsteller in dem Kinofilm „Gib Gas – Ich will Spaß“ mit Nena sang, in die er sich damals hoffnungslos verliebte. Bei der Studioaufnahme und bei Liveauftritten begleitete ihn hingegen Andrea-Maria Schneider unter dem Künstlernamen „Andrea“.

Nachdem die Neue Deutsche Welle 1985 größtenteils abgeklungen war, gründete Markus Band „T.X.T.“ und veröffentlichte damit den englischsprachigen Song „Girl’s Got A Brand New Toy“, welcher in Italien prompt auf Platz 4 stieg. Auch der Song „Cold As Ice“ konnte überzeugen. Doch 1987 ging es zurück in Solo-Gefilde und mit „Irgendwann, irgendwo“ gab es den nächsten Erfolg.

 

So ging es in den Folgejahren immer weiter für Markus.

Im Jahr 2004 trat er als Teilnehmer in einer Comebackshow von ProSieben auf. Viele Hits gab es in den 90ern und auch seine absoluten Klassiker „Ich will Spaß“ und „Kleine Taschenlampe brenn'“ wurden 1995 und 1996 neu aufgelegt.

Nach einer kleinen Pause um die Jahrtausendwende kehrte Markus 2008 mit seinem Album „Alles kommt wie es kommt“ zurück. 2011 folgte mit „Heiter und wolkig“ das nächste große Werk und 2015 und 2016 ist er nun mit brandneuem Material so frisch und aufgeweckt, wie nie zuvor. Mit seinem brandneuen Album „Zeit zu fliegen“ blickt er nach vorn und zeigt, dass er sich einfach „gemacht“ hat. Er mag vielleicht nicht mehr der quirlige Teenager von einst sein, doch musikalisch hat er nach wie vor die Zügel in der Hand.

Und Spaß will er auch heute noch. „Da bin ich ein Romantiker“, sagt er. „Für meinen Geschmack war die Neue Deutsche Welle eine überaus kreative Phase Deutschlands. Es ist nicht alles einfach weg, sondern wird stets in Erinnerung bleiben. Ich finde die alten Songs bis heute noch sehr stark und singe sie immer wieder gerne.“

„Doch mindestens genau so gerne feile ich an neuen Songs und freue mich, wenn es meinen Zuhörern gefällt. Jede Zeit hat ihre eigene Musik, ihren eigenen Sound – da kann man als kreativer Mensch so richtig aus dem Vollen schöpfen und Menschen immer wieder auf neue Art und Weise mitreissen. Einen musikalischen Stillstand könnte ich mir persönlich nicht vorstellen.“

Und so gilt es abzuwarten, welches As Markus als nächstes im Ärmel hat. Fest steht auf jeden Fall: Man darf gespannt sein!